Was ein Sachbezug fuer Arbeitnehmer bedeutet
Ein Sachbezug ist in Oesterreich ein geldwerter Vorteil, den ein Arbeitnehmer nicht als klassischen Barlohn erhaelt, der aber fuer die Lohnverrechnung trotzdem relevant ist. Typische Beispiele sind ein Firmenwagen zur privaten Nutzung, eine Dienstwohnung oder bestimmte andere Vorteile aus dem Arbeitsverhaeltnis. Fuer die Praxis bedeutet das: Obwohl kein zusaetzlicher Geldbetrag auf das Konto ueberwiesen wird, behandelt die Lohnabrechnung diesen Vorteil teilweise so, als waere er Einkommen. Genau deshalb kann ein attraktives Benefit das steuerliche Bild veraendern, ohne dass die Auszahlung im selben Ausmass steigt.
Beim Firmenwagen ist der entscheidende Punkt die private Nutzungsmoeglichkeit. Sobald ein Dienstauto nicht nur fuer berufliche Fahrten, sondern auch fuer den Arbeitsweg, fuer Wochenenden oder fuer private Besorgungen genutzt werden darf, kommt der Sachbezug ins Spiel. Auf der Abrechnung erscheint dann typischerweise ein zusaetzlicher Wert, der zur Berechnung von Lohnsteuer und oft auch Sozialversicherung herangezogen wird. Wer neu nach Oesterreich zieht oder erstmals eine oesterreichische Gehaltsabrechnung liest, uebersieht diesen Mechanismus haeufig, weil der Vorteil nicht als eigener Zufluss auf dem Bankkonto sichtbar ist.
Fuer Arbeitnehmer ist es wichtig, den Begriff nicht mit einer freiwilligen Kleinigkeit des Arbeitgebers zu verwechseln. Ein Sachbezug ist kein bloesses Extra in der Kommunikation des Recruitings, sondern ein abrechnungsrelevanter Teil des Verguetungspakets. Das gilt besonders bei einem Dienstwagen, weil der Nutzen subjektiv hoch sein kann, die steuerliche Behandlung aber nach festen Regeln erfolgt. Die Frage lautet deshalb nicht nur, ob ein Auto angenehm ist, sondern wie stark dieser Vorteil das steuer- und beitragspflichtige Einkommen anhebt und wie viel Netto dadurch effektiv verloren oder gewonnen wird.
Die offiziellen Grundgedanken dazu lassen sich auch in den staatlichen Informationsseiten nachvollziehen. Das Portal oesterreich.gv.at zur Lohnsteuer hilft beim Verstaendnis, warum nicht nur reiner Barlohn steuerlich relevant ist. Fuer den allgemeinen Steuertarif und wichtige Absetzbetraege ist ausserdem das Bundesministerium fuer Finanzen die zentrale Referenz. Wer die Mechanik dahinter versteht, kann Jobangebote, Gehaltsrunden und Benefit-Pakete deutlich realistischer beurteilen.
Gerade fuer Expats und Grenzgaenger ist dabei entscheidend, dass man die oesterreichische Logik nicht automatisch mit der aus anderen Laendern gleichsetzen sollte. In manchen Maerkten wird ein Firmenwagen eher als pauschales Benefit mit geringer Relevanz fuer das monatliche Netto wahrgenommen. In Oesterreich kann derselbe Vorteil auf der Lohnabrechnung spuerbar sein, weil Lohnsteuer, Sozialversicherung, Sonderzahlungen und individuelle Steuerentlastungen zusammenwirken. Ein scheinbar einfacher Satz wie "inklusive Firmenwagen" reicht daher fuer eine serioese Nettobeurteilung nicht aus.
Auch die Kommunikation im Unternehmen ist oft verkuerzt. Arbeitgeber sprechen gerne vom Gesamtpaket, Arbeitnehmer denken dagegen an die monatliche Auszahlung. Beide Sichtweisen sind legitim, aber sie fuehren nur dann zu einer fairen Entscheidung, wenn der Sachbezug sauber uebersetzt wird: Welcher Wert wird monatlich angesetzt, was bedeutet das fuer die laufende Abrechnung, und wie veraendert sich dadurch das geschaetzte Jahresnetto inklusive 13. und 14. Bezug? Ohne diese Fragen bleibt der Vergleich zwischen zwei Angeboten unscharf.
Warum ein Firmenwagen das Netto nicht nur erhoeht
Ein Firmenwagen verbessert den Lebensstandard oft direkt. Man spart moeglicherweise Anschaffungskosten, laufende Finanzierung, Versicherung, Wartung oder einen Teil der Mobilitaetskosten. Trotzdem ist es ein Fehler, daraus automatisch auf ein hoeheres Netto im einfachen Sinn zu schliessen. Auf der Lohnabrechnung in Oesterreich entsteht durch die private Nutzung regelmaessig ein Sachbezugswert. Dieser kann die steuerliche Basis vergroessern, obwohl kein entsprechender Bargeldzufluss erfolgt. Der Arbeitnehmer gewinnt also Mobilitaetsnutzen, verliert aber unter Umstaenden einen Teil seines frei verfuegbaren Nettolohns.
Wer sich erst einen Ueberblick ueber den Standort, die allgemeine Systematik und typische Begriffe verschaffen will, sollte zunaechst die Oesterreich-Uebersichtsseite fuer Nettolohn und Gehalt nutzen. Das hilft besonders dann, wenn man aus Deutschland, den Niederlanden oder einem anderen System kommt und die oesterreichische Trennung zwischen laufendem Bezug, Sonderzahlungen und steuerlichen Besonderheiten noch nicht verinnerlicht hat. Ein Firmenwagen ist kein isoliertes Thema, sondern Teil einer breiteren Payroll-Logik.
Ein zentraler Denkfehler in Bewerbungsgespraechen lautet: "Wenn ich ein Auto bekomme, steigt mein Paket und damit auch mein Netto." Richtig ist nur der erste Teil. Das Paket steigt oder wird jedenfalls wertvoller. Das ausgezahlte Netto kann aber sogar sinken, wenn der Sachbezug hoeher ist als der konkrete Nettoeffekt einer alternativen Barlohnerhoehung. Das passiert vor allem dann, wenn ein Arbeitnehmer das Auto privat zwar gerne haette, aber in der eigenen Situation nur begrenzten wirtschaftlichen Gegenwert daraus zieht, etwa weil er in Wien nah am Arbeitsplatz wohnt und nur selten privat faehrt.
Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung "mehr Wert" und die payrollseitige Realitaet "mehr Bemessungsgrundlage" auseinanderfallen. Ein Firmenwagen wirkt emotional oft staerker als derselbe Betrag auf dem Gehaltszettel, weil das Auto sichtbar ist. Die Lohnabrechnung bleibt jedoch nuchtern. Sie fragt nicht, ob der Arbeitnehmer den Vorteil subjektiv spektakulaer findet, sondern wie der Vorteil nach den geltenden Regeln zu behandeln ist. Genau deshalb sollte jeder Kandidat das Paket in drei Sprachen lesen koennen: als Recruiting-Botschaft, als Nutzwert im Alltag und als netto-relevante Abrechnung.
Ein realistisches Beispiel macht das klarer. Nehmen wir an, zwei Angebote fuer dieselbe Rolle unterscheiden sich so: Angebot A enthaelt 60.000 Euro Jahresbrutto plus Firmenwagen mit privater Nutzung. Angebot B enthaelt 64.000 Euro Jahresbrutto ohne Firmenwagen. Viele Bewerber konzentrieren sich zuerst auf den Listenwert des Autos. Fuer die Nettoentscheidung ist aber entscheidend, welcher Sachbezugswert monatlich angesetzt wird, wie sich dieser auf Lohnsteuer und Sozialversicherung auswirkt und welche Mobilitaetskosten der Arbeitnehmer privat sonst wirklich haette. Bei einer Person mit kurzer Pendelstrecke und guter Anbindung kann Angebot B netto und liquiditaetsseitig attraktiver sein, obwohl der sichtbare Benefit fehlt.
Genauso wichtig ist die Einbettung ins Gesamtgehalt. In Oesterreich spielen 13. und 14. Gehalt beziehungsweise Sonderzahlungen oft eine grosse Rolle fuer das Jahresnetto. Wenn ein Arbeitgeber mit Firmenwagen, Bonus und sonstigen Extras wirbt, sollte man diese Bausteine nicht getrennt betrachten. Der Zusammenhang zwischen Sonderzahlungen, Bonus und laufendem Bezug wird in diesem Leitfaden zu Sonderzahlungen, Bonus und Ueberstunden netto in Oesterreich deutlich. Gerade dort sieht man, warum zwei Pakete mit gleichem Jahresbrutto zu unterschiedlichen Nettoverlaeufen uebers Jahr fuehren koennen.
Wer bereits mit hoeheren Einkommen rechnet, sollte ausserdem nicht vergessen, dass der Grenzsteuersatz fuer zusaetzliche Bestandteile relevant sein kann. Ein Artikel wie 80.000 Euro Jahresgehalt in Oesterreich: wie viel netto bleibt zeigt gut, wie stark sich Brutto und Netto mit wachsendem Einkommen voneinander entfernen. Ein Firmenwagen landet gedanklich oft in der Kategorie "Arbeitgeber zahlt", aber fuer die Abrechnung zaehlt, dass der Vorteil in ein bereits bestehendes Steuersystem hineingerechnet wird. Je nach Einkommensniveau ist der Nettoeffekt deshalb spuerbarer als viele erwarten.
Besonders wichtig ist dieser Punkt bei der Pruefung eines konkreten Vertrags. Auf dem Papier kann ein Angebot mit Auto, Bonus und All-in-Klausel besser aussehen als eines mit hoeherem Fixgehalt. In der Entscheidungspraxis sollte man aber immer den Dienstzettel, das Gehalt, die 14 Gehaelter und den Nettovergleich sauber pruefen. Dort zeigt sich, ob der Firmenwagen einen echten Mehrwert bringt oder nur einen Teil des fehlenden Grundgehalts ersetzt. Diese Frage ist fuer Arbeitnehmer relevanter als jede Hochglanzformulierung aus dem Angebotsschreiben.
Auch individuelle Faktoren verschieben das Bild. Steuerabsetzbetraege, Kinder, Pendelkonstellationen, Kirchenbeitrag in der Arbeitnehmerveranlagung, Familienstatus oder die genaue Behandlung einzelner Zuschlaege koennen das Jahresergebnis veraendern. Deshalb muss jede Nettoaussage beim Firmenwagen als Schaetzung verstanden werden. Selbst wenn zwei Rechner dieselbe Bruttosumme verwenden, kann das reale Ergebnis von der konkreten Lohnverrechnung im Unternehmen abweichen. Der Firmenwagen ist also kein reiner Netto-Booster, sondern ein Benefit mit Gegenrechnung.
Fuer Expats kommt noch ein psychologischer Effekt hinzu: Wer aus einem Land kommt, in dem das Auto privat fast zwingend ist, bewertet einen Dienstwagen meist hoeher. Wer aus einer Stadt mit guter Infrastruktur kommt, setzt den privaten Nutzen niedriger an. Payroll-seitig bleibt die Behandlung trotzdem dieselbe. Deshalb sollte der Wert des Firmenwagens nie nur ueber das Arbeitgebermarketing, sondern immer ueber die eigene Nutzung und ueber die Auswirkungen auf die Lohnabrechnung betrachtet werden.
Wie man Benefits mit mehr Grundgehalt vergleicht
Der sauberste Vergleich lautet nicht "Auto oder kein Auto", sondern "welchen realen Gesamtwert hat das Paket fuer mich nach Steuern, Sozialversicherung und privaten Ausgaben". Mehr Grundgehalt ist transparent: Es erhoeht direkt den vertraglichen Barlohn, verbessert meist die Basis fuer kuenftige Gehaltserhoehungen und ist in vielen Faellen leichter mit anderen Angeboten zu vergleichen. Ein Firmenwagen kann trotzdem sinnvoller sein, aber nur dann, wenn sein alltaeglicher Nutzen und sein Abrechnungseffekt ehrlich gegeneinander gestellt werden.
In der Praxis hilft eine einfache vierstufige Methode. Erstens betrachtet man das fixe Jahresbrutto ohne Benefits. Zweitens bewertet man den Benefit nicht nach dem Werbeversprechen, sondern nach dem realen privaten Nutzen. Drittens schaetzt man, wie sich der Sachbezugswert auf das Netto auswirkt. Viertens setzt man dagegen, welche privaten Kosten ohne Firmenwagen selbst zu tragen waeren. Erst dann wird sichtbar, ob ein hoeheres Grundgehalt oder ein attraktiver Sachbezug wirtschaftlich staerker ist.
Ein realistischer Paketvergleich
Angenommen, Sie haben zwei Angebote aus Wien. Angebot A bietet 58.000 Euro Jahresbrutto, 14 Gehaelter und einen Firmenwagen mit Privatnutzung. Angebot B bietet 62.000 Euro Jahresbrutto, ebenfalls 14 Gehaelter, aber kein Auto. Wenn Sie privat ohnehin ein Fahrzeug benoetigen, monatlich viele Kilometer fahren und die Kosten fuer Leasing, Versicherung, Wartung und Wertverlust sonst selbst tragen wuerden, kann Angebot A trotz steuerlicher Mehrbelastung insgesamt attraktiver sein. Wenn Sie dagegen in der Stadt leben, oeffentliche Verkehrsmittel nutzen und das Auto vor allem ein Statussymbol waere, ist Angebot B oft die rationalere Entscheidung.
Der Knackpunkt ist Liquiditaet. Ein hoehres Grundgehalt verbessert gewoehnlich das frei verfuegbare Nettoeinkommen unmittelbarer. Beim Firmenwagen fliesst dagegen ein Teil des Werts nicht als Geld, sondern als Nutzungsvorteil. Das ist fuer manche Haushalte perfekt, fuer andere unpraktisch. Wer gerade nach Oesterreich zieht, Kaution, Einrichtung, Sprachkurs oder Umzugskosten stemmen muss, profitiert oft mehr von stabilem Barlohn als von einem Benefit, der zwar wertvoll wirkt, aber nicht die laufende Kontobelastung reduziert.
Fragen, die vor der Zusage geklaert werden sollten
Vor einer Unterschrift sollte man nicht nur nach dem Bruttogehalt fragen, sondern nach dem gesamten Verguetungsaufbau. Relevant sind unter anderem: Ist die private Nutzung des Autos uneingeschraenkt erlaubt? Wer traegt Treibstoff oder Strom? Sind Auslandsfahrten eingeschlossen? Was passiert bei Karenz, Krankenstand oder Arbeitgeberwechsel? Wird der Firmenwagen als Bestandteil eines ansonsten eher niedrigen Fixgehalts eingesetzt? Diese Punkte entscheiden darueber, ob der Benefit ein echter Vorteil oder nur eine Verschiebung des Verguetungsmixes ist.
Sinnvoll ist es auch, sich ein Angebot einmal ohne Benefit und einmal mit Benefit gegenrechnen zu lassen. Viele Arbeitnehmer akzeptieren die Formulierung "Gesamtpaket im Wert von X" zu schnell. Diese Zahl ist fuer die persoenliche Finanzplanung nur eingeschraenkt brauchbar. Wichtiger ist die Frage: Wie hoch ist mein geschaetztes monatliches Netto in einem normalen Monat, wie sehen 13. und 14. Bezug aus, und welche privaten Fixkosten spare ich durch das Fahrzeug wirklich? Erst daraus ergibt sich ein belastbarer Vergleich.
Warum Grundgehalt oft strategisch staerker ist
Mehr Grundgehalt ist nicht immer die emotional spannendere Option, aber oft die robustere. Es verbessert die Sichtbarkeit des Marktwerts, vereinfacht spaetere Bewerbungen und kann fuer Bonusberechnungen, Ueberstundenbasis oder Gehaltsverhandlungen relevant sein. Ein Firmenwagen ist dagegen oft an den Arbeitgeber gebunden und verschwindet beim Jobwechsel sofort. Wer seine Karriere in Oesterreich erst aufbaut, sollte deshalb kritisch pruefen, ob ein starker Sachbezug nicht ein zu schwaches Fixgehalt kaschiert.
Das bedeutet nicht, dass Benefits schlecht sind. Im Gegenteil: Fuer Aussendienst, haeufige Kundentermine, lange Pendelstrecken oder ländliche Regionen kann ein Firmenwagen wirtschaftlich sehr sinnvoll sein. Aber der Benefit sollte eine Funktion erfuellen und nicht bloss einen optischen Gehaltsvorteil erzeugen. Arbeitnehmer, Expats und Bewerber treffen bessere Entscheidungen, wenn sie zuerst ihren Netto-Bedarf definieren und erst danach beurteilen, ob der Firmenwagen diesen Bedarf sinnvoll unterstuetzt.
| Vergleichspunkt | Mehr Grundgehalt | Firmenwagen mit Sachbezug |
|---|---|---|
| Direkter Bargeldzufluss | Hoch | Niedriger, weil ein Teil als Nutzungsvorteil statt als Cash ankommt |
| Planbarkeit fuer Miete und Alltag | Sehr gut | Abhaengig davon, wie stark private Autokosten wirklich sinken |
| Steuerliche und lohnabrechnungsseitige Komplexitaet | Vergleichsweise klar | Hoeher, weil Sachbezug und Nutzungssituation zu beachten sind |
| Wert bei Jobwechsel | Bleibt als Marktgehaltsbasis sichtbar | Faellt mit dem Arbeitgeber in der Regel weg |
| Vorteil fuer Vielpendler | Gut | Oft sehr gut, wenn das Auto intensiv genutzt wird |
Wenn Sie Angebote vergleichen, denken Sie deshalb nicht in Symbolen, sondern in Zahlungsstroemen. Das bessere Paket ist nicht automatisch das mit dem groessten Listenwert, sondern das mit dem besseren Verhaeltnis aus Netto, Nutzen und Risiko. Gerade in einer Phase von Umzug, Neuverhandlung oder Familienplanung kann ein klar hoeheres Grundgehalt rational besser sein als ein aufwendig wirkendes Benefit-Buendel.
Wann der Rechner nur die Basis zeigen kann
Ein Online-Rechner ist fuer die erste Orientierung sehr nuetzlich, aber er kann nicht jede Besonderheit Ihrer tatsaechlichen Lohnabrechnung vollstaendig abbilden. Das gilt besonders bei Firmenwagen und anderen Sachbezuegen. Ein Rechner arbeitet mit strukturierten Annahmen: Bruttogehalt, Standardabzuege, Steuerjahr und einige typische Konstellationen. Sobald individuelle Vereinbarungen, Sonderregelungen oder unvollstaendige Informationen aus dem Dienstvertrag hinzukommen, liefert er eine sinnvolle Basis, aber keine payroll-genaue Garantie.
Genau deshalb sollte der passender Rechner als praktisches Schaetzwerkzeug verstanden werden. Die Ergebnisse helfen, ein Angebot einzuordnen, grobe Nettovergleiche anzustellen und mit realistischeren Erwartungen in Verhandlungen zu gehen. Sichtbar neben jeder Rechnernutzung sollte aber der Hinweis bleiben: Es handelt sich um eine geschaetzte Nettoausgabe und nicht um eine verbindliche Lohnabrechnung des Arbeitgebers. Das ist keine Kleinigkeit, sondern zentral fuer faire Entscheidungen.
Ein Rechner kann zum Beispiel meist nicht vollstaendig erkennen, wie Ihr Unternehmen einen konkreten Firmenwagenfall abrechnet, welche arbeitsvertraglichen Details gelten oder wie exakt einzelne Vorteile dokumentiert sind. Auch Sonderfragen rund um Privatnutzung, Fahrten ins Ausland, Aenderungen waehrend des Jahres oder interne Payroll-Prozesse koennen das Ergebnis verschieben. Wer aus einem Angebot echte Entscheidungssicherheit ableiten will, sollte deshalb neben dem Rechner immer den Dienstzettel, die Benefit-Beschreibung und wenn moeglich eine Musterabrechnung anfordern.
Besonders wichtig ist die Rolle von 13. und 14. Gehalt. In Oesterreich unterscheiden sich laufender Bezug und Sonderzahlungen oft deutlich in ihrer steuerlichen Wirkung. Wenn ein Benefit waehrend des Jahres anders in die Lohnverrechnung einfliesst als erwartet, kann das nicht nur den Monatsnettovergleich, sondern auch die Jahresbetrachtung veraendern. Deshalb sind einfache Monatsrechner nuetzlich, aber nicht allwissend. Wer nur einen Monatswert anschaut, versteht oft das Jahrespaket nicht sauber genug.
Welche Annahmen das Ergebnis veraendern koennen
Zu den haeufigsten Abweichungen gehoeren Familienkonstellationen, steuerliche Absetzbetraege, Pendelstrecken, unterjaehrige Jobwechsel, Bonuszahlungen, Ueberstunden, Sachbezuege neben dem Firmenwagen und der genaue Beginn des Arbeitsverhaeltnisses. Auch internationale Sachverhalte sind relevant. Wer mitten im Jahr nach Oesterreich zieht, aus einem anderen Land entsendet wird oder steuerliche Vorperioden mitbringt, sollte besonders vorsichtig sein, wenn ein Standardrechner ein scheinbar praezises Netto ausgibt.
Fuer reale Gehaltsentscheidungen ist ausserdem wichtig, ob man das Ergebnis monatlich, jaehrlich oder liquiditaetsbezogen interpretiert. Ein Rechner kann das Brutto in eine plausible Netto-Schaetzung uebersetzen, aber er kennt nicht Ihren privaten Finanzdruck. Ob Sie mehr Cash auf dem Konto brauchen oder lieber Mobilitaetskosten auslagern, ist eine persoenliche Entscheidung. Der gleiche Sachbezug kann fuer zwei Arbeitnehmer mit identischem Brutto eine voellig unterschiedliche wirtschaftliche Bedeutung haben.
Wie man mit der Basis richtig weiterarbeitet
Die beste Nutzung eines Rechners besteht darin, anschliessend gezielte Rueckfragen an den Arbeitgeber zu stellen. Fragen Sie nach dem angesetzten Sachbezug, nach den Bedingungen fuer Privatnutzung, nach der Behandlung in 13. und 14. Bezug, nach allfaelligen Bonusbestandteilen und nach den Annahmen fuer die Lohnverrechnung. Wenn der Recruiter nur den Gesamtwert des Pakets nennt, aber die Nettoauswirkung offenlaesst, fehlt ein wesentlicher Teil der Entscheidungsgrundlage.
Ein sinnvoller naechster Schritt ist, zwei oder drei Varianten nebeneinander zu pruefen: Grundgehalt ohne Firmenwagen, Grundgehalt mit Firmenwagen und gegebenenfalls eine Alternative mit Mobilitaetszuschuss. So erkennen Sie, wie stark Ihr Netto auf einzelne Bausteine reagiert. Die endgueltige Lohnabrechnung kann immer noch abweichen, aber Ihre Verhandlung wird deutlich praeziser. Genau das ist fuer Arbeitnehmer, Expats und Bewerber in Oesterreich entscheidend: nicht die Illusion absoluter Genauigkeit, sondern eine verstaendliche und belastbare Entscheidungsbasis.
Wenn Sie noch unsicher sind, ob ein Firmenwagen in Ihrem Fall wirklich ein Vorteil ist, gehen Sie nicht von der Werbesprache des Angebots aus. Rechnen Sie das Paket auf Ihren Alltag herunter: Wie viel Cash brauchen Sie monatlich, welche privaten Mobilitaetskosten fallen real an, wie wichtig sind 13. und 14. Gehalt fuer Ihr Jahresbudget, und welche Punkte bleiben im Vertrag unklar? Mit dieser Methode treffen Sie bessere Entscheidungen als mit jeder pauschalen Aussage ueber "gute Benefits".
Wichtiger Hinweis: Jede Nettozahl aus einem Rechner oder aus einem Artikel wie diesem ist nur eine Schaetzung auf Basis typischer Annahmen. Die tatsaechliche Lohnabrechnung kann durch Sachbezug, Sonderzahlungen, Steuerabsetzbetraege, Familiensituation und unternehmensspezifische Payroll-Details abweichen. Nutzen Sie den Rechner fuer die Orientierung und lassen Sie kritische Punkte vor Vertragsannahme bestaetigen.
Der praktische naechste Schritt ist deshalb klar: Nutzen Sie zunaechst den Rechner fuer eine Basisschaetzung, lesen Sie dann den Vertrag und den Dienstzettel mit Fokus auf Sachbezug, Sonderzahlungen und Nettoeffekt, und holen Sie bei Bedarf eine konkretisierte Beispielabrechnung ein. So entscheiden Sie nicht nach Symbolen wie "Firmenwagen inklusive", sondern nach dem, was fuer Ihr reales Nettogehalt in Oesterreich zaehlt.
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